Drei Kreuzfahrten hatten wir schon hinter uns, die uns in die verschiedensten Regionen und Städte Europas brachten, bevor wir heuer eine weitere Reise buchten. Am 4. Oktober begann daher unsere vierte Kreuzfahrt, die meine Frau und mich mit der MSC Fantasia ins östliche Mittelmeer brachte. Wieder eine Reise mit einem Schiff der MSC Reederei, wieder innerhalb Europas und ebenfalls wieder mit interessanten Stopps:
Triest → Katakolon → Piräus / Athen → Kuşadası → Istanbul → Korfu → Bari → Triest.
Da wir bei der letzten Kreuzfahrt in die Ostsee zu viele Landausflüge vom Schiff aus gebucht haben, waren wir diesmal zurückhaltender. Gerne deponiere ich an dieser Stelle, dass ich zur Reiseplanung mein KI-Lieblingstool "Gemini" in Anspruch genommen habe, indem ich die Route inklusive der Zeiten eingegeben und absolute Top-Empfehlungen (inklusive Begründungen) erhalten habe.
Anreise und Schiff!
Am 4. Oktober fuhren wir zum Hafen Triest, wo wir unseren Elektroauto in einem MSC-Vertrags-Parkhaus abstellten und von dort mit einem Shuttle-Bus zum Schiff gebracht wurden. Während wir eincheckten (da sind wir schon ziemlich routiniert) wurden unsere Koffer in die Kabine 10049 (10. Etage, Zimmer 49) gebracht. Das bedeutet, dass wir diesmal die linke Seite der Fahrtrichtung ausgewählt haben um von da aus mehr von der Küste sehen zu können, was dann auch der Fall war.
Da sich die Schiffe der MSC-Flotte wohl unterscheiden, vom Aufbau aber ähnlich aufgebaut sind, fanden wir uns an Bord sehr bald zurecht, merkten dabei aber, dass die Fantasia (das erste Schiff der MSC) doch schon ein wenig in die Jahre gekommen ist. Gut in Schuss ist sie aber noch immer! Da der Tagesablauf dennoch anstrengend war, beendeten wir diesen sehr bald nach dem Abendessen.
Das Leben an Bord
Gleich am ersten Tag konnten wir dieses in vollen Zügen genießen, denn es war ein Seetag! Das Wetter war sehr schön und so verbrachten wir einen großen Teil der Zeit am Sonnendeck, ganz oben. Wir konnten dabei beobachten, wie die, stets gut gelaunten Animateure tags, wie auch nachts ein buntes Unterhaltungsprogramm boten. An Deck gab es z.B. nicht nur verschiedenste Geschicklichkeitsspiele und sogar Tanzunterricht. Doch nicht nur oben, sondern in den vielen unterschiedlich gestalteten Bars gab es stets reges Treiben. Ganz besonders im riesigen, und über drei Stockwerke verlaufenden Atrium. Es ist für jeden Geschmack und jedes Alter etwas dabei. Und wem am Schiff langweilig wird ist selbst schuld, wobei ich aber betonen will, man kann sich auch zurückziehen und Ruhe genießen!
Ein Highlight bei jeder der bisherigen Reise war und ist das Theater. Der riesige Saal fasst an die 1.000 Personen und die Shows, die hier zweimal pro Abend geboten werden (und sich nach den zwei Essenszeiten richten) sind meistens Weltklasse. Wir haben die Zeit aber auch zum Lesen genutzt oder um einfach von unserer Balkonkabine aufs Meer zu schauen!
Stichwort Essen, die Verpflegung bei MSC basiert auf einer umfassenden Vollpension, die eine große Auswahl an inkludierten Restaurants und Speisen zu verschiedenen Tageszeiten bietet, wobei wir zum Abendessen das Restaurant (mit Bedienung) "Il Cerchio" und zum Frühstück das SB-Restaurant "Zanzibar" in Anspruch genommen haben.
Meiner Frau und mir gefallen auch immer die Galaabende sehr gut. Man zieht sich etwas schöner an und feiert mit dem Personal den (baldigen) Ausklang schöner, gemeinsamer Tage. Erwähnen will ich auch, dass Teile des MSC-Teams dir bei der Rückkehr von diversen Ausflügen beim Schiff fast immer einen fröhlichen Empfang bereiten! Habe ich übrigens bei den Nachbarschiffen nie gesehen!
Die Route und ihre Stationen
Vom Abfahrts- und Ankunftshafen Triest haben wir wenig gesehen, aber den kannten wir schon längst, vom ersten Ziel - Katakolon - habe ich zuvor noch nie gehört, wird aber von den Kreuzfahrtschiffen deshalb angefahren, weil es "das Tor zu Olympia" ist. Da wir auf dieser Reise noch genug Steine sehen werden blieben wir im Ort und waren generell erstaunt, dass hier so große Schiffe anlegen, denn es gibt nur knapp 600 Einwohner! Die Stadt selbst erinnerte mich ein Dorf im Wilden Westen. Links und rechts Häuserzeilen mit Geschäften und Bars und in der Mitte eine gerade Straße. "High Noon!
Die Geschäfte waren hübsch, mein persönliches Highlight war aber ein herrlicher Strand in der Nähe des Schiffes mit einem wunderbaren Bad im Meer!
Dann aber der Hafen von Piräus mit Athen als Ziel! Wir fuhren mit Hop-on/ Hop-off in die nahegelegene Metropole Griechenlands um zuallererst Tickets für den Besuch der Akropolis zu kaufen (TIPP. Bitte bereits vorab besorgen!). Die Wartezeit bis zu unserem Slot nutzten wir für einen Stadtbummel und eine Stärkung. Gegen 14:00 Uhr war es so weit, wir begannen mit dem Aufstieg zur Akropolis. Der Besucheransturm ist je nach Tageszeit sehr unterschiedlich, aber es gilt auch hier "der frühe Vogel fängt den Wurm"! Wenn du oben bist merkst du sehr bald wie unglaublich schön und imposant es hier ist. Unbeschreiblich und trotz der vielen Menschen hier hat jeder genug Platz die Monumente zu bestaunen und die Aussicht zu genießen!
Nächste Station - Kusadasi! Von diesem Hafen aus kann man Ephesos besuchen, eine der am besten erhaltenen Metropolen der Antike. Absolut sehenswert, aber wir waren schon zweimal da! Daher blieben wir wieder im Ort und machten uns zu Fuß auf den Weg zur Taubeninsel, gleich in der Nähe der Anlegestelle. Die Burg ist sehr schön und in einem gut erhaltenen Zustand. Auch der Ausblick zum Hafen und der Stadt selbst ist einen Besuch wert!
In der Stadt Kusadasi merkt man sofort, dass man nun in der Türkei angekommen ist. Hier herrscht reges Treiben und sehr bald hört man auch den Muezzin zum Gebet aufrufen. Der Bazar ist wesentlich überschaubarer als jener in Istanbul, die Auswahl gut und die Verkäufer weniger aufdringlich.

Es war ein Glücksfall, dass ich im Vorfeld meiner Recherchen vom "Versunkenen Palast" gelesen habe. Die größte Zisterne der Stadt scheint noch immer so eine Art Geheimtipp zu sein und war unser persönliches Highlight! Da alles im Umfeld von wenigen Gehminuten liegt, waren wir danach in der Hagia Sophia. Kleiner Tipp: Es gibt ein Kombiticket für die Zisterne und Hagia Sophia, welches man vorab kaufen sollte.
Wobei, von der Hagia Sophia waren wir enttäuscht, denn der Besuch stellte sich eher als eine Art "Baustellenbesichtigung" heraus. Das Innere war düster, kaum beleuchtet und von unzähligen Baugerüsten verstellt. Dafür während der Umbauarbeiten Geld zu verlangen, fanden wir unverschämt!
Nachdem in der "Blauen Moschee" gerade gebetet wurde nutzten wir die Zeit, um uns in einem nahegelegenen Restaurant zu stärken. Das auch "Sultan-Ahmed-Moschee" genannte Bauwerk ist imposant und beeindruckend zugleich und sollte ein Fixpunkt eines Istanbul-Besuches sein. Der Eintritt ist frei und bevor man hineingeht, muss man die Schuhe ausziehen. Daher empfiehlt es sich, Socken anzuziehen und ein Sackerl für die Schuhe mitzunehmen. Im Inneren wird man von der einzigartigen Atmosphäre und Schönheit gefangen.
Schon ein wenig geschlaucht ging es zum für uns letzten Fixpunkt, dem großen Basar! Dieser ist riesig und die Gefahr sich zu verlaufen ist groß! Es lohnt sich also, sich vorab ein wenig um die Orientierung zu kümmern! Im Gegensatz zu unserem ersten Besuch gibt es heute viel "Krafl". Dennoch, wer diesen nicht besucht hat einen wichtigen Teil Istanbuls ausgelassen. Hinzu kommt, dass er sowieso im Zentrum liegt und dich der Weg danach zum "Goldenen Horn" und weiter zur "Galatabrücke" führt!
Genau diesen Weg sind wir dann auch gegangen, vorbei am regen Treiben auf der Brücke, mit den vielen, hupenden Autos, vorbeieilenden Menschen und Fischern die ihr Glück im Bosporus versuchten.
Der Galataport war unser Ziel. Hier in diesem weitläufigen und 2021 eröffneten Kreuzfahrtterminal musste irgendwo unser Schiff sein, welches wir nach einigen Irrwegen endlich fanden!
Der nächste Tag war wieder ein Seetag und brachte uns die wohlverdiente Erholung, bevor wir am Morgen danach in Korfu Stadt anlegten. Man merkt sehr bald, dass diese Stadt nicht das typische Griechenland widerspiegelt. Zu groß sind die Einflüsse anderer Kulturen, haben doch Byzantiner, Venezianer, Franzosen und Briten auf Korfu geherrscht. Das Ergebnis ist eine einzigartige Geschichte, die immer noch durch die Kirchen, Paläste, Plätze und durch die Architektur der Gebäude weiterlebt, die sich zwischen den beiden venezianischen Festungen der Altstadt befinden. Und als Österreicher muss ich natürlich noch hinzufügen, sogar für unsere Kaiserin Sisi war die griechische Insel im Ionischen Meer ein Sehnsuchtsziel.
Zuerst fuhren wir mit einem MSC-Bus bis zur alten Burg, um diese von der Nähe bestaunen zu können. In der Folge verzauberte uns Kerkyra, wie die Hauptstadt heißt, denn ein Bummel ist wie eine kleine Zeitreise. Enge Gassen, pastellfarbene Häuser, venezianische Arkaden und kleine Boutiquen machen , zu einem der schönsten Orte Griechenlands. Nicht umsonst zählt die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Das letzte Ziel der Reise - Bari! Erstmals auf dieser Reise buchten wir einen Ausflug über MSC was auch damit zu tun hat, dass die Anlegezeit nur sehr kurz war. Und Schiffsreisende wissen, dass die Abfahrtszeiten konsequent eingehalten werden (müssen!!)! Es gab zwei Möglichkeiten, die angeboten wurden, wir entschieden uns für Alberobello mit seinen Trulli-Häusern und das war gut so!
Warum die runden, weißen Häuser mit ihren "Zipfelmützen" genau so gebaut wurden, hat einen Grund und der liest sich so: Der Sage nach wurden die Trulli von Giangirolamo II. Acquaviva d’Aragona errichtet. Der Clou dabei ist das lose Dach, das jederzeit zerlegt werden kann. Denn Häuser ohne Dach galten damals nicht als vollständige Gebäude und man musste daher keine Steuern entrichten. Näherte sich eine kaiserliche Kontrollgruppe, wurden die Dächer flugs abgebaut und den Kontrolleuren somit signalisiert, dass es sich um armselige Behausungen handelte.
Heute ist das nicht mehr so, denn zwischenzeitlich ist der Ort eine Touristen-Attraktion und in den Häusern finden Restaurants, Souvenirläden - und Menschen, die hier wohnen! Wer durch die hügeligen Gassen schlendert, sollte sich Zeit nehmen – nicht nur zum Fotografieren, sondern auch zum genauen Hinsehen. Ein Muss ist auch der Aufstieg zur gegenüber liegenden Terrasse an der Piazza Giangirolamo, die einen tollen Überblick über die einzigartigen Häuser bietet.
Abschluss und Fazit!
Den letzten Abend am Schiff verbringt man stets ein wenig mit Wehmut, ganz besonders aber mit dem Koffer packen, denn diese müssen bis Mitternacht vor der Kabine stehen. Diese werden bis zur Abreise zum vorher festgelegten Ausschiffungsplatz gebracht. Man sollte also daran denken, dass man am nächsten Morgen die Papiere und noch ein wenig zum Anziehen parat hat. Das erwähne ich deshalb, weil ich bei unserer ersten Kreuzfahrt bei der Nebenkabine einen Mann gesehen habe, der das übersehen hat und mit seinem Pyjama vor die Tür ging!
Ausschiffung
So schön das Wetter während der ganzen Reise war, es stürmte in der Nacht, wodurch das Schiff etwas später anlegte. Nach dem Frühstück sammelten sich die Passagiere in den ihnen zugewiesenen Plätzen. Gegen 10:00 Uhr waren wir mit der Gruppe 12 dran. Jene also, die mit dem eigenen PKW angereist waren und zum Parkplatz mussten. Dann begann leider das Chaos!
Der eisige Sturm in Triest war heftig als wir das Hafengelände betraten. Von dort sollten uns Shuttle-Busse wieder zur Parkgarage bringen. Aufgrund der Wettersituation versuchten alle so schnell wie möglich einen Platz in den kleinen Bussen zu ergattern, die meisten drängten sich rücksichtslos vor. In die Busse einzusteigen war insofern schwer, da man die Busse erst im letzten Moment erkannte und dann auch nicht wusste, auf welcher Seite man einsteigen kann, noch dazu mit den schweren Koffern. Die Menge der Wartenden wurde immer größer und uns immer kälter bis jemand auf die Idee kam einen Bus nur mit Gepäck zu füllen, ab dann ging es leichter. Dennoch benötigten für die 1,1 KM lange Strecke vom Schiff bis zur Garage in Summe zwei Stunden. Ja, die kurze Strecke hätte man auch zu Fuß machen können. Geht aber nicht, da man so nicht aus dem Gelände darf!
Fazit
Die Reise war genauso schön, wie wir uns das vorgestellt hatten, eher noch schöner. Der chaotische Abschluss hätte bei besserer Organisation gesitteter verlaufen müssen. Anzulasten ist das eher den Betreibern der Parkgarage, letztendlich aber wieder der MSC-Gruppe, die den Auftrag an diese Partnerfirma vergeben haben. Schade eigentlich, denn gerade das zuletzt erlebte bleibt am längsten in Erinnerung!
Nachfolgend gibt es wie immer ein paar Impressionen










































